Der rote Faden

Gang der Argumentation

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Text erzeugt am: 01.02.2012

Text verändert am: 04.04.2012

Der rote Faden des Buches

»Wenn Gott, von dem wir die Vernunft haben, das Opfer der Vernunft verlangt, so ist er ein Taschenspieler, der das, was er gegeben hat, wieder verschwinden lässt.«
(Denis Diderot, Anhang zu den philosophischen Gedanken)

Bliebe noch zu klären, warum ich das Buch so einteilte, wie ich es beschreibe. Ich sagte ja bereits, dass die meisten anderen Werke zu diesem Thema nicht die Grundlagen ausreichend erklären, von deren Voraussetzungen aus argumentiert wird _1_. Ich halte es aus Gründen der Transparenz aber für angemessener, wenn man zunächst einmal die Basis erklärt, von der aus man ausgeht, bevor man sich mit den Dingen beschäftigt, die man kritisiert – hier den Glauben an Gott. Das ist besser, als nach der Kritik lange Passagen einzufügen, in denen man abschweifend oder ausschweifend erläutert, wie man zu dieser Grundlage kommt.

Daher gibt es nach der Erklärung, was das Ziel dieses Buches ist (Teil I), zunächst einmal eine Begriffsklärung, nämlich, was mit Atheismus gemeint ist, weil ich als Atheist den Glauben an Gott abweise (Teil II). Zusätzlich wird auch erklärt, um welchen Gott es überhaupt geht. Danach beschreibe ich, warum ich es für berechtigt halte, den Gottesglauben zu kritisieren (Teil III). Denn ich denke, dass man es sowohl rechtfertigen sollte, was für Gründe man für seine Kritik ansetzt, wie auch, wieso man sich zu dieser Haltung kompetent fühlt. Der Standpunkt aus, von dem ich in meiner Weltsicht ausgehe, wird als Nächstes dargestellt (Teil IV) und von dem Kritisierten abgegrenzt, deswegen geht es um Vernunft, Glauben sowie deren Verhältnis zueinander. Was ist Vernunft, was ist Glauben, wie steht das eine zu dem anderen? Da es in der Religion auch immer um die Frage nach der Wahrheit geht, muss natürlich auch erklärt werden, was das überhaupt ist (Teil V). In dem Teil finden Sie auch eine Erläuterung über die Anwendung der eigenen Denkfähigkeit. Da die Logik dazugehört, wird diese ebenfalls beleuchtet. Ebenso treffen Sie dort auf eine erste Aufstellung der Fehler, die wir Menschen häufig bei der Nutzung der Ratio begehen. Viele dieser Irrtümer werden später an entsprechender Stelle noch einmal genauer aufgeschlüsselt, in dem grau hinterlegten Text, bei dem auf Denkfehler hingewiesen wird.

Während zunächst die allgemeine Vernunft beleuchtet wird, geht es später um einen speziellen Fall der Ratio, nämlich die Moral (Teil VI). Das mag einige überraschen, aber ich halte die Moral für ein Teilgebiet der Vernunft, das ist natürlich erklärungsbedürftig. In diesem Abschnitt werden auch gleich ein paar Probleme dargestellt, die ich mit einer theistischen Ethik habe. Denn es kursiert ja immer noch die gängige Auffassung, dass es ohne Gott keine Moral geben könne, einer Ansicht, die dort sogleich zurückgewiesen wird – m. A. nach ist eher das Gegenteil der Fall, was ich dort begründe. Eng verbunden mit dem Thema Moral ist der »Der Sinn des Lebens«, weil es da um den Zweck, den Nutzen sowie den Wert der eigenen Lebensgeschichte geht, daher folgt darauf der siebte Abschnitt (Teil VII). Bevor wir zu Gott kommen, muss noch eine entscheidende Frage geklärt werden, sprich der Gegensatz zwischen einer allgemein theistischen Weltsicht und meiner atheistischen Weltanschauung (Teil VIII). Aus diesen Unterschieden ergeben sich nämlich zahlreiche Konsequenzen für die Ansichten über diese Welt, und warum ich mich berechtigt sehe, das Thema Gott mit der Vernunft und ihren Methoden zu analysieren. Denn im Gegensatz zu einigen Atheisten halte ich eine Trennung in eine Sphäre, für die die Religion zuständig ist, darüber hinaus eine, für die die Wissenschaft maßgeblich ist, weder für sinnvoll noch für gerechtfertigt. Dies ist eine der Grundlagen, die später bei der Frage nach Gott noch bedeutsam werden.

Danach erst geht es los mit dem Glauben an Gott, nachdem ich die Voraussetzungen erklärt habe (Teil IX). In dem Kapitel erläutere ich, welche der vernünftigen Gründe und Argumente, auch einige unvernünftige, für die Existenz Gottes sowie für einen Glauben an Gott angeführt werden. Wieso ich die Frage nach Gott für eine Äußerung halte, an die man mit Verstand herangehen kann, das erläuterte ich bereits zuvor, und das wird später auch noch bedeutungsvoll.

Aus der Behauptung, dass Gott existiert, ergibt sich ein weiteres bedeutendes Problem, nämlich, warum gibt es etwas und nicht nichts (Teil X)? Gott wird, wie ich dort aufzeige, zu Unrecht als eine Antwort auf diese Fragestellung angesehen.

Wenn man, wie ich ausführen werde, nicht aus vernünftigen Gründen an Gott glauben kann, resultiert daraus die nächste Frage, nämlich die, wie man Atheismus überhaupt rechtfertigen kann – und wie nicht (Teil XI). Es gibt auch durchaus unvernünftige Voraussetzungen, warum manche nicht an Gott glauben. Diese muss ich aufgrund meines Standpunkts als bekennender Atheist zurückweisen. Darauf folgt des Weiteren eine Auswahl an Gründen, wegen denen ich die Existenz Gottes bestreite. Eine Auswahl deswegen, weil man leicht mehrere Bände damit füllen könnte, alle aufzuführen (Teil XII).

Bis zu diesem Teil war vom Christentum noch kaum die Rede, weil es allgemein um den Glauben an einen nur vage definierten Gott ging. Dieser umfasst die Grundlage des Gottes des Judentums, Christentums und des Islams2. Exemplarisch greife ich ein Problem der christlichen Heilslehre auf (Teil XIII) und konfrontiere den Leser mit weiteren Begründungen, die gegen Gott sprechen.

Natürlich bleiben immer noch eine Reihe von Fragen ungeklärt, die ich als Nächstes aufgreife (Teil XIV). Hier handelt es sich um eine Kette von Argumenten der Gläubigen, die in den vorherigen Abschnitten aus Gründen des Zusammenhalts keinen rechten Platz fanden.

Aber bei den Argumenten für und wider Gott gibt es noch eine weitere Frage, nämlich die, wie Theisten und Atheisten zusammenleben sollten. Daher wird abschließend die Frage nach der Religionsfreiheit aufgegriffen (Teil XV) und für einen freundlichen Theismus und einen freundlichen Atheismus plädiert. Denn bei allen Differenzen müssen wir in Gemeinschaft leben, das ist auch wiederum ein Thema der Moral.

Zum Schluss kommt das Letzte: ein Fazit, in dem ich noch einmal zusammenfasse, worum es mir geht.


Anmerkungen:

1.  Eine Ausnahme ist das Buch »Sense & Goodness Without God« von Richard Carrier, siehe [Close 2007 Nr. 35].  Zurück


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